unerreichbar
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Goldammer, Zaunkönig und Haussperling jeweils 5,4×8,6cm in Aquarell und Schellacktusche auf vorzüglichem Aquarell-Bütten
Also: ich liebe Vögel! Und nicht nur im Winter! Sie sind Mitgeschöpfe, die ich fast wie Kinder beschützen möchte. Am liebsten streicheln und knuddeln, dutzidutzi! Stoppstopp, keine Übergriffigkeiten und Vermenschlichungen, das hat noch keinem Tier gut getan. Bei den Vögeln aller Arten gilt es außerdem noch so viel mehr zu bewundern als die Putzigkeit, mit der sie ums Futterhäuschen hüpfen und tschilpen. Sie sind an Ästhetik nicht zu überbieten und dann das Wunderwerk Feder und Farbe. Sie sind so klein und doch unerreichbar, haushoch überlegen! Und ich versuche Nähe herzustellen, indem ich sie auf kleine Aquarelle zärtele. Mit größter Ernsthaftigkeit bemüht um Authentizität, weil grob verniedlicht geht ZACK so schnell und wird dem Sujet überhaupt nicht gerecht.
Stunde der Wintervögel
Heuer habe ich mich anlässlich der Zählung im Rahmen der Stunde der Winter Vögel vom NABU im Garten auf die Lauer gelegt. Wie so oft beim Vögel Beobachten kam irgendwann der Moment, in dem ich mich so sehr identifiziere, dass ich glaube an den Unterarmen Schwungfedern zu spüren. Das ist nur eine ganz kurze Ahnung davon, wie es sich so als Kohlmeise leben könnte und wie eine Seifenblase entschwindet diese Ahnung sehr schnell wieder. Es bleibt eine sehr glücklichmachende Vorfreude auf die nächsten Begegnungen und ein Hauch Sehnsucht nach diesen Geschöpfen, nach mehr Nähe oder Zugehörigkeit oder was auch immer. Diese Sehnsucht wird in diesem Leben nie gestillt werden können und ich vermute, das macht den wirklichen Reiz aus. Vor lauter Glücksüberflutung habe ich beschlossen, dass ich sämtlichen Sichtungen dieser Stunde eine Verewigung als Miniatur-Aquarell widme. ein paar davon gibt es ab heute in der Galerie Spielraum im Original zu sehen.
Blaumeise, Zeichenfeder, Kalligraphiepinsel, Aquarellkasten (30 Jahre alt!) und Tuschefässchen
Unreachable
I love birds. They are fellow creatures. Their presence awakens a strong impulse of care, almost protective, while remaining entirely beyond reach. Small in scale, unmistakably superior in their way of being. Their beauty is without excess. Feather and colour form a system of precision and lightness. Closeness is possible only through work. I approach birds by painting them, in small watercolour miniatures. Carefully. Attentively. With restraint. Tenderness belongs to this process, sentimentality does not. It takes very little to diminish an animal: one careless gesture, one softening line, and dignity is lost. Authenticity demands discipline.
Birdwatching
These miniatures grow out of observation. Out of looking long enough for movement, posture and alertness to remain present even after the bird has gone. During birdwatching there are brief moments of identification. A fleeting sense of what it might mean to exist as a bird. This sensation vanishes quickly, like a soap bubble. Leaving me back longing for encounters that can never fully belong to us. I guess that is the reason for my deep fascination.

